Der Aszendent im Zeichen Krebs
           




Auffällig ist zunächst einmal ein ungewisser, widersprüchlicher Wesenszug des Charakters. Psychische Empfindsamkeit und Launenhaftigkeit fallen nicht nur der Umgebung auf, sondern sind auch dem Betroffenen selbst eine Arena innerer Kämpfe, denn ein merkwürdiges Dilemma kennzeichnet ihn: Einerseits will er beachtet sein und aufsteigen, andererseits scheut er als Folge seiner psychischen Verletzbarkeit die öffentlich und das Auffallen an exponierter Stelle. Es mangelt teilweise an natürlichem Selbstbewusstsein, erkennbar auch daran, dass der Horoskopeigner so abhängig ist von Lob, Bestätigung und Anerkennung. Ein Leben lang schleppt er sich ab und an einem unterdrückten Gefühl von Minderwertigkeit. Außer dieser schwankungsanfälligen Selbstbehauptung, die oft genug überkompensiert wird, sind da aber auch weitere charakterliche Widersprüchlichkeiten: Mal sucht der Betroffene voll Leidenschaft seinen Partner, dann wiederum flieht er genau diese Gemeinschaft, zieht sich zurück ins Schneckenhaus seines Innern. Bald erscheint er nachgiebig auf den ersten Blick, ja weich, dann wieder lehnt er sich gegen jede Führung und Fügung auf. So wirkt er entgegenkommend einerseits, widerspenstig andererseits. Das ganze ist zu betrachten als zyklisch wiederkehrende innere Unsicherheit, eine stete Labilität und Verletzbarkeit des Gemüts, das - von Schüchternheit und Reizbarkeit bis zum Verlangen, eine Hauptrolle zu spielen - hin- und herpendelt. Und doch ist der Horoskopeigner ein zuverlässiger, arbeitsamer, einsichtiger Mensch, darauf bedacht, seine Mitmenschen nicht zu enttäuschen. Trotz der Unbeständigkeiten in seinen Beziehungen zur Umwelt hängt er an seinen Idealen, an seine inneren Zielen. Er handelt - oft zu seinem Schaden - fast ausschließlich aus dem Gefühl heraus. Der Mond ist sein Herrscher.



Im Mond liegt die Erklärung für Wankelmut und Launenhaftigkeit: es ist der Rhythmus des Auf und Ab, des Hin und Zurück, es ist der Mondrhythmus, den wir im großen Rahmen auch Schicksal des Horoskopseigners sehen können. Selten nur zieht sich da eine stabile Schicksalslinie, vielmehr sind Veränderungen, Wechsel, Umstellungen, Umbruch, immer wieder Wieder- und Neuanfänge an der Tagesordnung. Vielleicht ist das die Überlebenskunst dieses Typus; er scheitert nie endgültig weil er immer rechtzeitig einen neuen Ansatzpunkt gewinnt, dem dann auch ein Aufstieg folgt.



Sobald dieser Typus mit Gefühlen oder Gemüt an einer Sache beteiligt ist, wird er zäh, hartnäckig und eigensinnig. Dann zeigt er sich zielbewusst und rücksichtslos. Und wie sonst auch, da er sich von Gefühlen leiten lässt, wird er auch hier von seinen Intuitionen, seinen Instinkten geführt. Und auch wenn sie ihn einmal und mehr als einmal täuschen sollten, ihnen bleibt er treu, sie sind seine Wegweiser. Auffällig ist auch die Liebe des Horoskopseigners zur Natur, zur Schönheit, zur Harmonie. Gern vermeidet er Streit, und er beherrscht es durch sanftes Wollen und scheinbares Nachgeben, sich immer wieder harmonische Umstände zu schaffen. Wäre er nicht so unbeständig in seinem Wollen, so schnell erregbar, so müsste er nicht demnächst wieder darangehen, sich aufs neue harmonische Umstände zu schaffen.


Beruflich finden wir hier den Typus des Reisenden - vom Matrosen über den Handelsvertreter bis hin zum Kulturethnographen - vor, allerdings auch häufig Bibliothekare, Archivare, Historiker und Kunstexperten; auch sehr. Künstlerisch ist die Neigung zur Schauspielerei sehr ausgeprägt, ferner zur freie Berufe reizen Schriftstellerei.



Was Krankheit betrifft, ist der Magen-Darm-Trakt sehr anfällig, Rheuma und Gicht sowie Leberleiden sind nicht selten, auffällig ist die Häufigkeit von Gelbsucht wie auch die Neigung zur Hypochondrie.




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